Speech by Prime Minister Rutte on the occasion of the visit by Stephan Weil (in German)

Speech by the Prime Minister Rutte on the occasion of the visit by the President of the Bundesrat Stephan Weil, Den Haag, 14. April 2014 (in German).

Sehr verehrter Herr Ministerpräsident, Exzellenzen, meine Damen und Herren!

Ich heiße Sie alle herzlich in den Niederlanden willkommen. Es ist Tradition, dass der neue Präsident des deutschen Bundesrates unser Land besucht. Eine gute und wichtige Tradition, wie ich finde, und ich freue mich, dass Sie diese Tradition fortsetzen.

Letzte Woche haben wir uns noch auf der Hannover-Messe gesehen, auf der die Niederlande in diesem Jahr Partnerland waren. Dort konnten wir einen Blick in die Zukunft werfen. Und wir konnten uns davon überzeugen, was es in der Praxis bedeutet, wenn sich Deutsche und Niederländer zusammentun. Die deutsche Mentalität - quer denken und geradeaus handeln - und die Kreativität und der Pragmatismus der Holländer sind zusammen unschlagbar. Wir ergänzen uns gegenseitig und respektieren und schätzen die Qualitäten des anderen.

Herr Weil, im Vereinslied Ihres geliebten Hannover 96 heißt es: "Niemals allein, wir gehen Hand in Hand, zusammen sind wir groß und stark wie eine Wand!" Diese Zeilen treffen ohne Zweifel auch auf das ausgezeichnete Verhältnis zwischen unseren Ländern zu. Zunächst einmal in wirtschaftlicher Hinsicht. Deutschland ist für die Niederlande mit Abstand der wichtigste Handelspartner, sowohl beim Export als auch beim Import. Es ist denn auch kein Zufall, dass wir mit 122 Milliarden Euro der größte ausländische Investor in Ihrem Land sind. Und damit sichern wir übrigens 600 000 deutsche Arbeitsplätze. Weltweit sind nur die USA und Kanada wirtschaftlich noch enger miteinander verflochten als wir - eine bemerkenswerte Tatsache.

Aber auch auf anderen Gebieten arbeiten Deutschland und die Niederlande intensiv zusammen. So setzen wir uns in der EU gemeinsam für Haushaltsdisziplin, Wachstum und Beschäftigung ein. Wir kooperieren im Energiebereich, bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität und beim Hochwasserschutz. Junge Deutsche kommen gern und in großer Zahl zum Studium nach Holland. Und so könnte ich noch viel mehr Beispiele nennen. Aber das Wesentliche ist: Wir suchen den Kontakt zueinander und schauen gern mal beim andern vorbei - genau so, wie es sich unter guten Nachbarn gehört.

Herr Weil, als niedersächsischer Ministerpräsident ist Ihnen die Zusammenarbeit in der Grenzregion sehr vertraut. Sie kennen die Probleme, die Möglichkeiten und die gemeinsamen Herausforderungen in Bereichen wie Infrastruktur, Sicherheit, Arbeitsmarkt und Energiewende. Wir können nach wie vor viel voneinander lernen. Und erst letzte Woche hat die EU 440 Millionen Euro zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bereitgestellt. Mit diesen Mitteln kann die enge Kooperation zwischen Niedersachsen, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen noch mehr Schwung erhalten.

Nochmals ganz herzlich willkommen und vielen Dank für Ihren Besuch. Die Vereinshymne von Hannover 96 heißt "Alte Liebe". Erheben wir das Glas auf die Freundschaft und die alte Liebe zwischen Deutschland und den Niederlanden, auf unsere gemeinsame Zukunft und auf Ihren Besuch in unserem Land. Zum Wohl und guten Appetit!