Export landwirtschaftlicher Produkte und Lebensmittel erreicht 2016 Rekordhöhe

Der niederländisch Sektor für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel hat seine Führungsrolle auf dem Weltmarkt weiter gefestigt. Im Jahre 2016 betrug der Export für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel nahezu 94 Mrd. Euro, gegenüber 90 Mrd. im Jahre 2015. Davon wurden fast 85 Mrd. Euro für Agrarprodukte und fast 9 Mrd. für landwirtschaftliche Materialien, Kenntnis und Technologie ausgegeben: ein neuer Rekord. Damit repräsentiert der Sektor für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel 22% des Gesamtexportes, wie sich aus den vorläufigen Zahlen des Zentralbüros für Statistik und dem „Wageningen Economic Research“- Institut ergibt. Minister Martijn van Dam (Wirtschaft) gab die Zahlen bei der Eröffnung der Grünen Woche bekannt, weltweit die größte internationale Landwirtschaftsmesse in Berlin.

Die Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten stieg um rund 3,6 Mrd. Euro (+ 4,4 %) auf 85 Mrd. Euro; der größte Zuwachs seit 2011. Der Export betrifft vor allem Lebensmittel, wie Gemüse, Obst, Milchprodukte, Fleisch und bearbeitete Produkte und außerdem hochwertige Zuchtblumen. Auffallend ist auch die erhöhte Nachfrage nach niederländischen landwirtschaftlichen Materialien, Innovationen und hochwertiger Technologie. Von diesen wurden für beinah 9 Mrd. Euro exportiert. Dabei handelt es sich z.B. um energiesparende Gewächshäuser, Systeme für die Präzisionslandwirtschaft (mit GPS und Drohnen) und neue Erfindungen, die Gewächse widerstandsfähiger machen gegen die Folgen des Klimawandels und gegen Krankheiten. Der Import von Agrarprodukten stieg im Jahre 2016 um 1,6 % auf 57,1 Mrd. Euro.

Minister Van Dam: „Es gelingt uns gut, unsere Führungsposition in Europa und der Welt zu stärken. Der Export von landwirtschaftlichen Produkten und Nahrungsmitteln ist erneut ordentlich gewachsen. ‚Made in Holland‘ steht schon lange nicht mehr nur für schöne Tulpen und leckeren Käse. Wir werden auch weltweit immer größer bei der landwirtschaftlichen Kenntnis und Technologie. Wir wollen auch in der Zukunft weiterhin unseren Beitrag zu guter, gesunder und nachhaltiger, weltweiter Lebensmittelversorgung beitragen. Und dank unserer schlauen, innovativen Produkte und Technologien können wir das auch.“

Grüne Woche

Minister Van Dam möchte außer den weltweit geschätzten agrarischen Produkten und Lebensmitteln auch nachdrücklich niederländisches Know-How und Technologie zur Schau stellen. Auf der Grünen Woche sieht man das wieder im Mix der klassischen Elemente wie Tulpen, Frau Antje, Käse und Fisch und den innovativen Agrarkonzepten, mit denen der Sektor international immer mehr Punkte macht. Die Niederlande werden auf der Grünen Woche durch nicht weniger als 40 Firmen repräsentiert.  

Marktführer in Europa

Mit einem Exportvolumen im Wert von 85 Mrd. Euro im landwirtschaftlichen und Lebensmittelsektor sind die Niederlande der Marktführer in Europa. Weltweit wird die Liste von den Vereinigten Staaten angeführt. Die Niederlande besetzen den 2. Platz und in den Top-5 finden sich außerdem Deutschland, Brasilien und China. Vom Gesamtexport in Höhe von 85 Mrd. Euro gehen 24 Mrd. in Re-Exporte: Produkte, die die Niederlande einführen, bearbeiten und wieder ausführen. Deutschland gilt als der wichtigste Handelspartner der Niederlande; ein Viertel des landwirtschaftlichen Exports geht an den Nachbarn im Osten. Von den gesamten Agrarexporten bleiben ca. ¾ (77%) innerhalb Europas. Dabei geht es vor allem um Produkte wie Tomaten, Paprika, Gurken, Fleisch und Milchprodukte. Außerhalb Europas besteht vor allem Nachfrage nach niederländischen Blumen und Pflanzen, gefolgt durch Fleisch und Milchprodukte.  

Export von Wissen und Technologie

Die Niederlande sind nicht nur ein wichtiger Produzent und weltweiter Lieferant von Blumen, Gemüse, Fleisch und Milchprodukten, sondern in zunehmendem Maß auch immer mehr von hochwertigen Agrarprodukten, Kenntnis und Technologie. 2016 betrug der Export von u.a. landwirtschaftlichen Maschinen, Düngemitteln und Anwendungen für die Lebensmittelindustrie fast 9 Mrd. Euro (+2,2 % gegenüber 2015), zusätzlich zu den 85 Mrd. Euro an traditionellen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Der Export an Materialien für Gewächshäuser stieg am stärksten (+370 Mrd. Euro). Diese Entwicklung schließt nahtlos an die Exportvisionen des Ministers Van Dam an. Diese richtet sich darauf, die internationale Führungsposition der niederländischen Landwirtschaftsprodukte und Lebensmittel zu stärken, indem außer den traditionellen Landbauprodukten auch Kenntnis und Innovationen exportiert werden, um damit zu helfen, die weltweite Produktion von Lebensmitteln nachhaltiger zu machen. Das ist auch ein wichtiger Aspekt bei der Bekämpfung von Hunger und Unterernährung in den Entwicklungsländern. Dieser Ansatz steht in der Agenda von Handelsmissionen ganz oben und auch die niederländische „grüne“ Ausbildung – die sich weltweit als führend betrachten darf – spielt dabei eine wichtige Rolle. Kürzlich konkludierte auch das Hague Centre of Strategic Studies, dass der Export niederländischen Wissens neben der Stärkung der wirtschaftlichen Position des niederländischen Agrarsektors auch zur Lösung weltweiter Probleme beitragen kann, wie den Klimawandel und dessen Einflüsse auf das weltweite Nahrungssystem.

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